
Vor einigen Jahren bereits stolperte ich über diese Theorie, die besagt: Du bist die Summe der fünf Menschen, mit denen du dich am meisten umgibst.
Und in dem Moment, als ich sie hörte, sie auf mich wirkte, arbeitete sie in mir, setzte einige Prozesse in Gang. Ich hinterfragte die Menschen in meinem engsten Umfeld. Hinterfragte, ob sie mir wohl gut täten, mich inspirierten, mich indirekt zu dem Menschen machen würden, der ich gerne sein will. Mit dem Ergebnis, dass ich anfing, in meinem Freundeskreis einiges auszumisten – auf Grundlage dieser Theorie. Und so viel kann ich sagen: Ich habe es bis heute nicht einen einzigen Tag bereut. Sicher war es nicht immer einfach, oft war ich einsam – sehr oft sogar – .. aber auch das ging vorbei. Die darauf folgenden Beziehungen in meinem Umfeld sind nun stabiler, sicherer, inspirierender, tiefer.
Schauen wir uns die Theorie einmal genauer an…
Die Idee stammt aus der Psychologie und klingt erstmal ziemlich logisch: Unser Umfeld beeinflusst unser Denken, unser Verhalten und sogar unsere Gewohnheiten. Das heißt, wenn du viel Zeit mit Menschen verbringst, die sich gesund ernähren und Sport lieben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass plötzlich Obst und Gemüse zu deinen liebsten Grundnahrungsmitteln gehören und du „mal eben noch schnell 10 km laufen gehst“. Verbringst du Zeit mit Leuten, die lieber jeden Tag mit ihrer Couch verschmelzen, sich nur zum Bad und zurück bewegen und einen Serien-Marathon nach dem anderen starten… – na ja, du verstehst.
Tell me, who your friends are, and I’ll tell you who you are.“
(Paulo Coelho)
Unsere engsten fünf Personen prägen uns in allen Lebensbereichen: Motivation, Erfolg, Zufriedenheit, Selbstbild. Manche Menschen sind wie eine Umarmung für die Seele – sie inspirieren, fordern heraus, bringen dich weiter, fangen dich auf. Andere dagegen? Sie saugen deine Akkus leer, wie ein nicht mehr funktionstüchtiges Handy, welches du aller paar Stunden neu aufladen musst, da es sonst nicht mehr funktionieren würde.
Psychologie trifft Alltag: Warum dein Umfeld entscheidend ist
- Spiegelneuronen machen’s möglich: Wir Menschen sind evolutionär darauf programmiert, unser Umfeld zu spiegeln. Wenn deine beste Freundin immer optimistisch durch’s Leben geht, fällt es dir schwerer, den Dauerpessimisten zu geben. Umgekehrt zieht dich eine negative Grundhaltung im Freundeskreis unbewusst mit runter.
- Gewohnheiten sind ansteckend: Eine Studie der Universität Harvard zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, selbst zuzunehmen, um 57 % steigt, wenn enge Freunde an Gewicht zulegen. Der Grund? Verhalten steckt an – vom Essverhalten über Sport bis hin zur Freizeit. (Kenne ich vor allem auch aus Partnerschaften ziemlich gut ;))
- Erfolg liebt Gesellschaft: Erfolgreiche Menschen umgeben sich oft mit anderen, die ambitioniert sind – weil es ihren eigenen Standard nach oben zieht. Das bedeutet nicht, dass du ab jetzt nur noch Milliardäre in deinem Umfeld brauchst, aber es lohnt sich zumindest, sich zu fragen: Bringen mich meine fünf engsten Menschen voran – oder halten sie mich eher fest?
Beim Lesen kannst du vielleicht nun verstehen, weshalb diese Theorie so in mir gearbeitet hat und mich sogar auch noch heute begleitet. Für mich ist sie die Grundlage für Beziehungen und auch eine gute Grundlage, mich selbst als Mensch und als Freundin, die ich für andere genauso bin, zu reflektieren.
Am Ende bist du nämlich nicht nur die Summe der fünf Menschen um dich herum – du bist auch die fünfte Person für andere. Sei also nicht nur wählerisch, mit wem du dich umgibst, sondern auch, was du selbst ins Spiel bringst.
Wenn du die Eigenschaften, Denkweisen und Gewohnheiten deiner fünf engsten Menschen übernimmst – wäre das eine gute Nachricht?
