13/52: Was ich von der Natur über Veränderungen lerne

„Nichts ist so beständig, wie die Veränderung.“

Hätte mein 20jähriges Ich gedacht, dass sich mein damaliger Chef mit diesem Satz mal so langfristig in mein Hirn brennt, dass er auch noch 20 Jahre später so eine Relevanz haben wird, dass er es in meinen Blog schafft… es hätte mich wohl für verrückt erklärt.

Aktuell ist einiges los bei mir. Der Umzug steht vor der Tür, noch dazu findet beruflich eine kleine große Veränderung statt: Mein Team (das beste Team der Welt!) löst sich auf und wir werden auf einzelne Bereiche aufgeteilt. Denn auch vor der Arbeitswelt machen Veränderungen natürlich keinen Halt. Rein objektiv betrachtet, kann ich diesen Schritt der Veränderung verstehen und sehe darin eine Chance, eine andere Art der Wirksamkeit zu entfalten. Wenn ich die Stimme der Vernunft ausblende, kommen stellenweise jedoch einige Emotionen zum Vorschein. Eine kleine Sinnkrise hatte ich vor einigen Wochen bereits, die Hand in Hand ging mit vielen Warums: Warum jetzt? Warum unser Team? Warum so? Warum nicht anders? Was wird meine Rolle zukünftig sein? Nun weiß ich jedoch auch, dass WARUM nicht immer die hilfreichste Frage ist, wenn es darum geht, den Blick in die Zukunft zu richten. Und dass es vollkommen okay ist, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Fragen beantworten zu können.

Veränderung fühlt sich oft an wie ein plötzlicher Regenschauer mitten auf einer Wanderung. Eben noch schien die Sonne, der Weg war klar – und auf einmal stehst du da, pitschnass, ohne Plan, wann es wieder aufklart.

Wenn ich an Veränderungen denke, denke ich an die Natur. Und diese Gedanken helfen mir, wohlwollender mit meinen Gefühlen umzugehen, die sich dann zeigen.

Die Natur zeigt uns jeden Tag, dass Veränderung nicht nur normal, sondern notwendig ist.

Bäume werfen im Herbst ihre Blätter ab, ohne sich zu fragen, ob das eine gute Idee ist. Der Fluss ändert seine Richtung, wenn er auf einen Felsen trifft, ohne darüber nachzudenken, wie er vorher geflossen ist. Und das Gras wächst einfach weiter – egal, wie oft es niedergetreten wird.

Vier Dinge, die die Natur über Veränderung weiß (und an die ich mich immer wieder erinnern will):

1. Loslassen gehört dazu. Ein Baum hält seine Blätter nicht fest, nur weil sie im Sommer so schön waren. Veränderung braucht Platz – und manchmal bedeutet das, Altes loszulassen.

2. Manchmal passiert Veränderung langsam. Der Frühling kommt nicht über Nacht. Auch du darfst dir Zeit nehmen, um in eine neue Phase hineinzuwachsen.

3. Flexibilität macht das Leben leichter. Ein Fluss kämpft nicht gegen Hindernisse, sondern sucht sich einen neuen Weg. Vielleicht ist der andere Pfad sogar besser, als du dachtest.

4. Alles hat seine Zeit. Kein Sturm dauert ewig, kein Winter bleibt für immer. Egal, wie chaotisch sich Veränderung anfühlt – irgendwann wird es wieder leichter.

“To everything (turn, turn, turn), there is a season…”

(The Byrds)

Denn genau darum geht’s: Veränderung ist kein Feind. Sie ist einfach nur der nächste natürliche Schritt. Und mit dieser Akzeptanz entsteht ganz viel Ruhe in dem Chaos.

Welche Veränderung in deinem Leben fühlt sich gerade an wie ein unerwarteter Regenschauer? Und was könnte daraus vielleicht Wunderschönes wachsen?

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