
Manchmal fühle ich mich wie ein Ozean.
Tief und weit.
Mit Strömungen, die ich selbst nicht immer kenne.
Unendlich. Oder zumindest größer, als es bequem ist.
An manchen Tagen bin ich mir damit selbst zu viel.
Zu viel Bewegung unter der Oberfläche.
Zu viel Tiefe für einen Moment, der eigentlich leicht sein wollte.
Wenn jemand zu mir kommt, um kurz einzutauchen,
die Füße ins Wasser hält oder ein paar Züge schwimmt,
habe ich manchmal Angst.
Nicht davor, berührt zu werden.
Eher davor, dass Berührung Folgen hat.
Davor, dass meine Tiefe zieht.
Dass aus einem Bad ein Hinabgleiten wird.
Dass jemand vergisst, wo oben ist,
weil ich nie gelernt habe, flach zu sein.
Ich habe keine flachen Stellen,
kein sicheres Stehen.
Wer zu mir kommt, muss schwimmen,
oder es lernen wollen.
Manchmal fürchte ich,
dass ich verschlinge,
was eigentlich nur verweilen wollte.
Dass ich Raum nehme,
wo jemand nur Atem holen wollte.
Ich meine es nicht gefährlich.
Ich bin nur Wasser
und Weite
und all das, was sich nicht in ein Becken fassen lässt.
Dabei will ich niemanden hinunterziehen.
Ich weiß nur nicht,
wie man weniger ist,
wenn man einmal gelernt hat,
ganz zu sein.
