
Manche Dinge enden,
ohne sich zu verabschieden.
Wir sehen Menschen
und denken nicht: das war das letzte Mal.
Wir tun Dinge
und denken: morgen wieder.
Oder nächste Woche. Nächsten Monat. Nächstes Jahr.
Unser Körper trägt.
Der Moment auch.
Manchmal frage ich mich,
wie wir uns verhalten würden,
wenn wir wüssten, dass wir jemanden zum letzten Mal sehen.
Oder dass etwas Schönes gerade zum letzten Mal passiert.
Ein Moment.
Ein Gespräch.
Ein ganz gewöhnlicher Augenblick.
Vielleicht würden wir langsamer werden.
Weniger woanders sein und mehr im Hier.
Am Ende geht es an sich doch gar nicht darum, alles festzuhalten.
Nur darum,
da zu sein,
wenn es geschieht.
Mehr nicht.
Letzte Male, von denen wir erst später merken, dass sie letzte Male gewesen sind:
- Das letzte Mal, dass du glaubst, Erwachsene wüssten, wie alles geht.
- Das letzte Vorlesen am Abend, obwohl du eigentlich schon zu alt bist.
- Das letzte Mal, dass du draußen spielst, bis dich jemand zum Abendessen ruft.
- Das letzte Mal, dass dein Zimmer wirklich dein ganzes Universum ist.
- Das letzte Foto, auf dem noch alle dabei sind.
- Das letzte Mal, dass der Körper etwas kann, ohne darüber nachzudenken.
- Die letzte Umarmung, die nicht länger dauert als sonst.
Welche letzten Male magst du noch ergänzen?

Kann es sein, dass Du, liebe Ursula Maria, bei diesem Thema an einen bestimmten Menschen gedacht hast?
In meinem fortgeschrittnen Alter befasse ich mich oft mit diesem Thema. Vieles – um nicht zu sagen Alles – um mich herum erscheint mir tatsächlich viel zu laut, zu schnell, zu bunt, zu banal …
Die Sehnsucht gilt dann eher der Stille, der Klarheit.
Denn wie Du schreibst: es gibt so viele „letzte Male“.