11/52: Einmal bitte alles – aber in Minimalistisch!

Ich weiß, ich weiß – der Titel dieses Blogs und das Thema Minimalismus passen ungefähr so gut zusammen wie – sagen wir mal – ein All-you-can-eat-Buffet und eine Ernährungsberaterin (aus eigener Erfahrung kann ich sagen: geht beides ;)). „Einmal bitte alles“ klingt nach hemmungsloser Fülle, nach dem ultimativen Wunschzettel an das Leben. Minimalismus dagegen? Klingt nach einer Gabel Reis auf einem weißen Teller. Fast ein bisschen traurig.

Je näher der Umzug in die neue Wohnung rückt, desto mehr stehe ich – wieder einmal – vor den Fragen: Behalten oder mitnehmen? Was brauche ich wirklich im Leben? Was finde ich einfach nur hübsch, was ist nützlich, und was weder noch? Passend dazu sprach ich erst letzte Woche dazu mit einer Freundin über Minimalismus und welche Freiheit darin liegt, weniger zu besitzen.

Zurück ins Jahr 2020…

2020 war – wie ich bereits in einem anderen Beitrag schrieb – das Jahr tiefgreifender Veränderungen für mich. Zurückgekommen von einer dreimonatigen Reise stellte ich fest, wie wenig ich brauche. Also WIRKLICH brauche. Gleichzeitig überforderte mich das, was ich an Dingen in meinem Leben besaß. Es war wie eine Last. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich ruhelos durch die Wohnung tigerte und überlegte, was ich als nächstes verschenken oder verkaufen und damit vielleicht auch den Dingen ein neues Zuhause schenken könnte.

Was du besitzt, besitzt irgendwann dich.

Vielleicht geht es bei „einmal bitte alles“ gar nicht um den maximalen Konsum von Dingen, sondern um das Maximale an Freiheit, Leichtigkeit und Klarheit. Um das, was wirklich zählt. Denn seien wir mal ehrlich: Wie viel von dem, was wir besitzen, brauchen wir WIRKLICH? Und wie viel von dem, was wir tun, macht uns wirklich glücklich?

Und eines Tages fällt dir auf
Dass du 99% davon nich′ brauchst
Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg
Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck
Mit leichtem Gepäck

(Silbermond – Leichtes Gepäck)

Wenn wir an Minimalismus denken, haben wir oft das „Ich werfe 90 % meines Besitzes weg und lebe in einem Tiny House“-Ding vor Augen. Dabei ist es vielmehr die Kunst, Ballast abzuwerfen – physisch, mental und zeitlich. Einmal bitte alles, was mich glücklich macht. Aber nichts, was mich erdrückt.

• Weniger Zeug = mehr Platz zum Atmen.

• Weniger To-Dos = mehr Zeit für das, was ich liebe.

• Weniger Vergleichen = mehr Zufriedenheit mit dem, was ist.

Vielleicht ist Minimalismus also nicht das Gegenteil von „einmal bitte alles“, sondern die konsequente Antwort darauf. Denn wenn wir alles haben, was wir wirklich brauchen, brauchen wir nicht mehr „alles“.

Und mal ehrlich – wann hast du das letzte Mal vor deinem Kleiderschrank gestanden und gedacht: „Ich hab echt zu wenig Klamotten“? Eben.

Vielleicht ist heute ein guter Tag, um sich zu fragen: Was kann weg – und was will ich unbedingt behalten?

Also: Einmal bitte alles, was wirklich zählt. Der Rest kann gehen.

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