
Ich glaube, ich habe diesen Satz schon einmal gehört. Vor einigen Jahren vielleicht. Zumindest erinnert sich etwas in mir daran.
Kürzlich zeigte er sich mir erneut und hat dabei etwas in mir zum Klingen gebracht. Vielleicht, weil ich sofort gespürt habe, dass er so etwas wie (m)eine innere Bewegung beschreibt.
2025 fühlte sich für mich nach Antworten an. Nach einem Jahr, in dem sich vieles sortierte, mal (fast schon) unbemerkt, mal schmerzhaft und laut, am Ende jedoch immer glasklar und eindeutig.
Antworten setzen Punkte. Sie beenden inneres Kreisen, schließen Kapitel, lassen Dinge an ihren Platz finden. Mit ihnen kehrt so etwas wie Ruhe ein.
Ich wusste, was ich lasse, wen ich nicht weiter festhalte, welche Fragen keine Energie mehr verdienen. Und auch, was bleibt, selbst dann, wenn es mal stiller wird.
Mit diesem Wissen stellte sich Frieden ein. Und gleichzeitig etwas Unerwartetes: Weite.
Denn aus dieser Ruhe heraus beginnt sich gerade etwas zu verschieben. Dieses Jahr fühlt sich bereits jetzt – hallo, wir schreiben den 17. Januar?! – weniger nach Abschluss an, und mehr nach Öffnung. Nach einem Raum, der größer wird, weil nicht alles benannt, entschieden oder eingeordnet werden muss.
Fragen tauchen auf, die als Einladung verstanden werden wollen. Sie wollen nichts erzwingen, sie wollen lediglich betrachtet werden. Sie bringen Bewegung, manchmal Unsicherheit und fast immer Lebendigkeit.
Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein. (Rainer Maria Rilke)
Ich habe bereits jetzt eine nicht ganz so leise Ahnung, worum es in diesem Jahr geht: Um Neugier ohne Ziel und um das Vertrauen, dass manche Antworten wachsen, während man ihnen die Zeit dafür lässt.
Ich weiß, ich bin bereit dafür, für ein Jahr, das nicht(s) abschließen muss, sondern fragen darf.
Und zum Schluss noch eine Frage zum Mitnehmen für dich: Welche Frage darf dich gerade begleiten ohne beantwortet werden zu müssen?
