1/52: Anfang

Passend zum ersten Eintrag in dieses (B)Logbuch hat mich diese Woche zum Wechsel vom alten ins neue Jahr der Gedanke an Neuanfänge begleitet.

Anfang, Neubeginn. 

Ich persönlich liebe die Magie von Neuanfängen. Sie fühlen sich rein und frisch an, in etwa wie wenn man ein neues Buch aufschlägt oder einen Ort besucht, an dem man nie zuvor gewesen ist und mit den großen und neugierigen Augen eines kleinen Kindes betrachtet, das gerade die Welt entdeckt.

Der letzte größere Neuanfang , an den ich mich erinnere, war 2020. Umzug in eine neue Stadt. Von Dresden, wo ich etwas mehr als 15 Jahre gelebt habe, nach Leipzig, die Stadt, mit der ich bereits einige Jahre geliebäugelt hatte. Zugegeben, es gibt sicher größere Hürden zu meistern und auch weitere Distanzen, zum Beispiel ein Wechsel auf einen anderen Kontinenten oder in eine anderes (Bundes-)Land. Mir jedoch fiel ein solcher Umzug schwer, auch wenn ich Leipzig als Stadt schon immer mochte. Ich traute mich davor nie den Umzug in die Tag umzusetzen, denn ich wusste ja nicht, was mich in Leipzig erwarten würde: Würde ich da glücklich(er) werden? Würde ich dort arbeiten können? Würde ich neue Freundinnen und Freunde finden? Spoiler: All das würde ich – mehr oder weniger.

Voller Mutstimmung durch meine knapp viermonatige, berufliche Auszeit und eine Reise nach und durch Australien traf ich also im Frühjahr 2020 den Entschluss, meinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, kündigte meine Wohnung in Dresden ohne eine neue Bleibe in Leipzig in Aussicht zu haben. Rückblickend betrachtet war das ganz schön mutig. Meine Idee war damals, mir für den Anfang eine WG zu suchen, um mich noch mehr mit der Stadt anzufreunden und die einzelnen Viertel nach meinem persönlichen Wohlfühlfaktor zu erkunden. Gesagt, getan: ein Zimmer in einer WG gefunden, einen Großteil meiner Möbel verkauft, den anderen Teil in einer Lagerbox eingelagert und auf ging die Reise ins unbekannte Abenteuer.

In Leipzig fiel mir das Ankommen damals recht leicht und die ersten zwei, drei Monate waren geprägt von ganz viel Neugier, Erkundungen, neuen Bekanntschaften, Freundschaften und Leipzigliebe. Man darf nicht vergessen, 2020 war das erste Jahr der Corona-Pandemie und für die gesamte Gesellschaft ein kollektiver Ausnahmezustand. Dennoch oder gerade deswegen war für mich alles genau passend zum Ankommen und ich konnte den Neuanfang in vollen Zügen und ganz nach meinen Vorstellungen gestalten und genießen.

Nachdem 2020 ein Jahr voller Glücksgefühle für mich war, folgte im Jahr darauf der tiefe Fall. 2021 war eine einzige Achterbahnfahrt, meine mentale Gesundheit an einem Tiefpunkt und ich in einem Loch, das so tief und düster war, dass ich dachte, ich würde es nie da raus schaffen. Vielleicht vertiefe ich dieses besondere Jahr des Wachstums, wie ich es heute nenne, noch einmal an anderer Stelle.

Wenn du bis hier hin gelesen hast: herzlichen Glü.. äh Danke, dass du dir die Zeit zum Lesen genommen hast. Wenn du Anregungen oder Feedback für mich hast, dann lass es mich wissen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch gar nicht einschätzen, was aus diesem Blog entstehen wird, aber ich bin gespannt auf die Reise und freue mich über den Neuanfang mit Einmal bitte alles.

Zum Schluss würde es mich freuen zu erfahren, wie du es mit Neuanfängen hältst: Fällt es dir leicht, Neues zu beginnen? Wann war dein letzter Neuanfang? Teile es gerne in den Kommentaren. Und wenn nicht ist es auch nicht schlimm. Alles kann, nichts muss hier. Stille Leserinnen und Leser sind auch erlaubt 🙂

1 Gedanke zu „1/52: Anfang“

  1. Heute – zum 1. April, jedoch ist dies kein Aprilscherz! – hab ich diesen blog (dieses blog?) wiedergefunden und freue mich sehr. sogar am Laptop, wo mir das Lesen wesentlich leichter fällt…
    Insofern ist es für mich buchstäblich ein NEUANFANG.
    Ich stelle mir einen Neuanfang wie eine unberührte Schneelandschaft vor, auf welche ich die ersten Spuren setze. Auch aus diesem Grund wünsche ich mir zu Neujahr am allermeisten: Schnee.
    Gutes Gelingen sowie Durchhaltevermögen wünscht Maria

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