
Es beginnt mit einem Gefühl. So einem, das erst zurückhaltend an die Tür klopft und dann fordernd auf dem Sofa sitzt, obwohl man es weder eingeladen noch Kaffee und Kuchen angeboten hat. Viele nennen dieses Gefühl Intuition, Bauchgefühl. Einige Misstrauen. Je nachdem, ob es sich am Ende bewahrheitet.
Wenn Vertrauen die Währung einer Beziehung ist, was passiert, wenn man plötzlich merkt, dass man mit Falschgeld bezahlt wurde?
Man sagt ja, jeder Mensch darf Geheimnisse haben. Kleine, eigene Welten. Was man beim Einschlafen denkt. Wovon man träumt. Wie viel Sahne man wirklich aus dem Becher löffelt, wenn keiner hinschaut.
Aber irgendwann wird aus einem Geheimnis ein Versteck. Und aus einem Versteck ein doppeltes Leben. Und dann leben zwei Menschen nebeneinander her, als hätte jemand leise die Verbindung gekappt.
Ich glaube, eine Beziehung darf Geheimnisse haben – aber keine Lügen. Sie darf Privaträume haben – aber keine verborgenen Etagen mit anderem Inventar.
Was bleibt also? Vielleicht der Versuch, wieder bei sich selbst anzukommen. Nicht gleich alles mit Zynismus zuzuschütten. Sondern mit einer Taschenlampe durch die eigenen blinden Flecken zu leuchten. Und irgendwann zu merken: Ich kann vertrauen. Mir und meinem (Bauch-)Gefühl.
